Die Bedeutung des Verwahrers bei physischen Gold-ETCs | RMAU

1) Warum kaufen Anleger Gold und physische Gold ETCs?

Viele Anleger halten einen bestimmten Anteil ihres Portfolios in Gold. Dieser Ansatz hat eine jahrtausendealte Tradition. Auch moderne Anlagepraktiken unterscheiden sich kaum davon: Laut dem World Gold Council haben Goldallokationen von etwa 2 % bis 10 % in typischen Pensionsportfolios bessere risikobereinigte Renditen geliefert als breit gestreute Rohstoffallokationen [1].

Anleger halten Gold in erster Linie als „Versicherung“ oder „sicheren Hafen“ und erwarten, dass es ihre Portfolios – insbesondere risikoreichere Anlagen wie Aktien – in Zeiten von Marktstress stabilisiert. Während risikoreichere Anlagen in solchen Phasen an Wert verlieren oder volatiler werden können, wird erwartet, dass Gold seinen Wert hält oder sogar steigt.

Physische Gold-ETCs werden vor allem aufgrund ihrer einfachen Handelbarkeit gekauft. Sie werden wie Aktien gehandelt und sind vollständig durch physisch zugeordnetes („allocated“) Gold gedeckt.

Beim Handel mit physischen Gold-ETCs ist Ihr Kapital Risiken ausgesetzt.

2) Physisches Gold ist endlich – im Gegensatz zu Finanzinstrumenten – und nicht hebelbar

„Die weltweit geförderte Goldmenge beträgt etwa 190.000 Tonnen, was rund 9.800 Kubikmetern entspricht. Damit ließen sich drei Schwimmbecken mit je 3.750 Kubikmetern füllen – mit noch 1.450 Kubikmetern freiem Raum.“ – World Gold Council, 8. März 2019

Gold ist ein begrenztes Gut und kann – im Gegensatz zu vielen Finanzanlagen – nicht gehebelt werden. Zwar kann weiteres Gold gefördert werden, doch aufgrund steigender Produktionskosten ist dies nur bei bestimmten Preisniveaus wirtschaftlich sinnvoll. Anleger können Gold zudem als privaten Vermögenswert außerhalb des Finanzsystems halten – etwas, das bei vielen anderen Anlageklassen nicht möglich ist.

3) Gold als „sicherer Hafen“

Gold wird häufig als „sicherer Hafen“ bezeichnet. Das bedeutet, dass es als relativ geschützt gegenüber Einflüssen des Finanzsystems und systemischen Risiken gilt. Da Gold ein physischer Vermögenswert ist, ist es wichtig, dass es sicher und geschützt aufbewahrt wird. Dies erfolgt in der Regel über einen sogenannten „Goldverwahrer“ (Custodian). Diese errichten hochsichere Tresoranlagen mit einigen der strengsten Sicherheitsprotokolle weltweit. Der Bau solcher Tresore ist kostenintensiv und erfordert erhebliche technologische sowie ingenieurtechnische Expertise seitens der Entwickler.

4) Goldverwahrer – Banken oder nicht-finanzielle Institutionen?

Um tatsächlich als „sicherer Hafen“ zu gelten, könnte argumentiert werden, dass Anleger ihr Gold bei einem nicht-finanziellen Verwahrer lagern sollten. Zwar spielen Banken eine große Rolle im Verwahrgeschäft, doch es gibt auch Alternativen wie staatliche Münzstätten.

Wie mehrere Marktkrisen der letzten 100 Jahre – darunter die Finanzkrise 2008 – gezeigt haben, können Banken und Finanzinstitute ausfallen. Gold hingegen trägt diese spezifischen Risiken nicht. Zwar greifen Staaten oft unterstützend ein („too big to fail“), doch diese Maßnahmen sind begrenzt und nicht garantiert.

Viele Anleger suchen daher Alternativen zur Verwahrung bei Banken. Staatliche Münzstätten („Sovereign Mints“) sind bedeutende Akteure, da die Verwahrung physischer Edelmetalle Teil ihres Kerngeschäfts ist. Ein Beispiel ist The Royal Mint, die unter anderem Goldmünzen wie Sovereigns und Britannias prägt und verwahrt.

Diese Institutionen sind meist staatlich und damit potenziell weniger anfällig für Marktschwankungen. Dies zeigt sich auch an ihrer langen Geschichte: Die Royal Mint wurde 886 gegründet, die Monnaie de Paris im Jahr 864 – beide bestehen seit über 1.100 Jahren und haben historische Ereignisse wie die Pest, den Hundertjährigen Krieg und beide Weltkriege überstanden.

5) Warum der Standort des Tresors wichtig ist

Auch der Standort eines Tresors spielt eine entscheidende Rolle. Da physisches Gold schwer und voluminös ist, handelt es sich bei Lagerstätten um große Infrastrukturen, die oft auch andere Wertgegenstände wie Silber, Platin oder Palladium beherbergen.

Angesichts der hohen Bau- und Betriebskosten ist es entscheidend, dass diese Standorte möglichst sicher sind. Dabei stellt sich die Frage, ob sie geopolitischen Risiken wie Krieg oder Terrorismus ausgesetzt sind. Großstädte wie London oder New York gelten hierbei als potenziell risikoreicher.

Ein historisches Beispiel ist die sogenannte „Operation Fish“ im Jahr 1940, bei der die britische Regierung Goldreserven nach Kanada verlegte, um sie vor einer möglichen deutschen Invasion zu schützen. Es handelte sich um die größte Vermögensverlagerung der Geschichte – mit einem heutigen Gegenwert von etwa 300 Milliarden Pfund [2].

Über RMAU

Der The Royal Mint Responsibly Sourced Physical Gold ETC (RMAU) wurde entwickelt, um Anlegern einen effizienten Zugang zum Goldmarkt zu ermöglichen, indem er den Spotpreis von physischem Gold abbildet.

Es handelt sich um das erste Finanzprodukt, das von The Royal Mint gesponsert wurde, sowie um den ersten physischen Gold-ETC, der von einer europäischen staatlichen Münzstätte verwahrt wird.

Der ETC ist durch LBMA Good Delivery Goldbarren besichert, die segregiert gehalten werden. Das Gold wird im hochsicheren Tresor der Royal Mint in Llantrisant bei Cardiff gelagert.

Der Wert Ihrer Anlage kann sowohl steigen als auch fallen, und vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Ihr eingesetztes Kapital ist Risiken ausgesetzt.

Artikeldatum: 17. März 2020.

Wie man kauft